#13 Gestatten? Wir bestatten! - Mutterseelen allein – Im Gespräch mit Britta Buchholz
Shownotes
13 Gestatten? Wir bestatten! - Mutterseelen allein – Wie der Verlust der Mutter uns verändert – Im Gespräch mit Britta Buchholz
In dieser besonderen Folge wird „Gestatten, wir bestatten“ von Christina Heinrich moderiert. Zu Gast ist Britta Buchholz, Autorin und Journalistin im ZDF-Hauptstadtstudio. Nach dem Verlust ihrer Mutter schrieb sie das Buch „Mutterseelen allein“, ein Buch über Abschied, Trauer und vor allem über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter.
Gemeinsam sprechen Christina und Britta darüber, wie unterschiedlich Trauer sein kann und warum es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt. Britta erzählt von ihrer eigenen Erfahrung, von einer schwierigen Beerdigung und davon, wie herausfordernd es war, nach dem Verlust in einen Alltag zurückzukehren, in dem für alle anderen scheinbar alles weiterging.
Ein besonderer Gedanke zieht sich durch das Gespräch: „Du wirst nie wieder die Alte sein.“ Denn Trauer bedeutet nicht, irgendwann wieder genau der Mensch zu werden, der man vorher war. Sie verändert uns – und darf Raum bekommen.
Wir sprechen außerdem über ungeklärte Beziehungen, das Loslassen, Mutter-Tochter-Dynamiken und darüber, warum wir uns schon zu Lebzeiten viel mehr mit Tod, Trauer und unserer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen sollten.
Denn vielleicht bedeutet Trauern nicht, etwas „wegzustecken“, sondern den Mut zu haben, hinzuschauen, zu fühlen und seinen eigenen Weg zu gehen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen und schön, dass du da bist.
00:00:02: Hier im Podcast gestatten wir bestatten!
00:00:05: Und wie du an meiner Stimme schon hörst, bin ich nicht Jana Nettebrock, Host dieses Podcasts.
00:00:10: Mein Name ist Christina Heinrich und ich bin heute die Stimme in deinem Ohr.
00:00:15: In der heutigen Podcastfolge haben wir ein richtig gutes Gespräch für dich zwischen mir und Britta Buchholz.
00:00:23: Britta ist Autorin und Journalistin im ZDF Hauptstadtstudio.
00:00:28: Sie hat ... einen zwanzig nach dem Verlust ihrer Mutter das Buch Mutter Seelen allein geschrieben und in unserem heutigen Podcast Gespräch im Podcast gestatten wir bestatten.
00:00:39: unterhalten wir uns über diesen Schreibprozess, über den Verluste der eigenen Mutter was das Ganze bedeutet wie man damit umgehen kann.
00:00:46: Wie Trauer entsteht und sich auch entwickeln kann.
00:00:52: Und ich wünsche dir unfassbar viel Freude beim Hören dieser Podcastfolge und weise dich an dieser Stelle schon einmal darauf hin, dass wir am siebzehnten neunten endlich wieder Sternstunden im Bestattungshaus Nettebrock haben.
00:01:06: Am Hülsenbusch!
00:01:07: Und dafür kannst du dir dein Ticket in den Shownauts sichern.
00:01:11: Und an diesem Abend wird Britta Buchholz höchstpersönlich da sein, wir werden ein Gespräch zwischen davor und danach führen zwischen Jana Nettebrock und Britta Bookholz.
00:01:21: ich werde diesen Abend moderieren und dich durch diesen Abend führen und ich wünsche dir unfassbar viel Freude.
00:01:27: sei unbedingt dabei!
00:01:28: Und lerne zwar wirklich großartige Frauen kennen die der Welt einiges zu sagen und zu geben haben.
00:01:36: Ich wünschte jetzt viel freude beim hören dieser Folge.
00:01:39: Herzensgrüße, deine Christina.
00:01:41: Jetzt ist Britta Buchholz bei mir!
00:01:43: Hallo
00:01:44: Britta, schön dass du da bist.
00:01:47: Hallo Christina, schön hier zu sein.
00:01:50: Ja wir haben was Besonderes vor am Donnerstag.
00:01:52: Was machen wir am Donnester kommende Woche am siebzehnten neunten?
00:01:57: Wir sprechen ganz viel über ganz spannende Themen.
00:02:01: Ja, wir sprechen über dein Buch Mutter Seelen allein.
00:02:05: Erzähl uns unter anderem und über Trauer bezüglich der eigenen Mutter.
00:02:10: Erzählt uns erst mal, bevor wir jetzt starten.
00:02:13: wer bist denn du?
00:02:14: Was machst denn du eigentlich?
00:02:17: Und warum hast du hochgeschrieben?
00:02:20: Da sind viele Fragen auf einmal!
00:02:23: Ich bin Mutter selbst auch, das ist ja eigentlich schon mal jetzt interessant von drei Kindern.
00:02:30: Als ich allerdings meine eigene Mutter verloren habe war ich einunddreißig und war in keiner Beziehung und war auch Single oder nicht ganz Single aber war sozusagen nicht verheiratet so muss man es richtig sagen und lebte fernab vom Niedersachsen im schönen Mainz und hatte meinen Vater schon verloren.
00:02:50: da war ich elf
00:02:51: und in dem
00:02:51: Moment viel so meine Welt zusammen.
00:02:54: Damals habe ich gedacht, was kann mir jetzt helfen?
00:02:58: Wie geht man überhaupt mit Trauer um?
00:03:00: Wie trauert man richtig?
00:03:01: Was ist der Trauerweg und was muss ich jetzt eigentlich tun, um aus diesem tiefen Tal wieder rauszukommen?
00:03:06: Und habe mir ein Buch gekauft!
00:03:07: Das Buch hatte das Thema wie es ist wenn alte Eltern sterben, was gar nichts mit meiner Lebenswürdigkeit zu tun hat.
00:03:15: Es war ganz weit weg von dem, was ich so erlebt hatte.
00:03:20: Es kann doch nicht sein, dass es gar kein Buch gibt für jüngere Trauerende.
00:03:24: Gab es damals?
00:03:25: Mittlerweile gibts das aber damals gab's das eigentlich noch nicht.
00:03:28: und daraufhin habe ich dieses Buch geschrieben Mutter Seelen allein was sich halt mit dem Abschied von der Mutter einerseits Aber vor allem auch mit der Beziehung zur Mutter auseinandersetzt also Fragen wie Abnabelungen, Loslösungen ja wie geht man miteinander um eigentlich dieses Mutter-Tochterverhältnis.
00:03:44: Also es ist jetzt vielleicht weniger ein Buch, nur für Trauerne als mehr ein Buch das so bisschen reflektierend ist über das Leben an sich.
00:03:53: Ja
00:03:54: und das Buch hast du aber nicht direkt nach dem Tod einer Mutter geschrieben sondern mit ganz weitem Abstand eigentlich oder?
00:04:02: Ja, da hast du vollkommen recht.
00:04:03: Das ist wirklich weiter Abstand weil ich glaube ich musste es erstmal selber verdauen und damit klar kommen und dann fehlte einfach die Zeit.
00:04:12: Dann kam sozusagen... Ich hatte damals schon in dem Buch so einen Roman-Anteil der auf Lanza Rote spielt und ich war aber wirklich drei Wochen alleine auf.
00:04:21: Lanca Rote kannte kein Menschen dort Und das habe ich dann im Grunde damals schon ganz viel geschrieben, als ich auf Lanza Rote war.
00:04:28: Aber es war ein langer Weg.
00:04:30: zu der Frage was für einen Buch will ich denn eigentlich schreiben?
00:04:33: Weil ich finde immer Ratgeber ist bei Trauer ganz schwierig weil wir Menschen alle so unterschiedlich trauern und den Menschen dem wir verloren haben natürlich ganz unterschiedliche Gefühle mit denen verbinden.
00:04:45: Es ist natürlich ein unglaublicher Unterschied ob man jetzt ein Partner verliert oder ein Kind verliert Ein Haustier verliert oder eine Mutter, das kann man natürlich überhaupt nicht vergleichen.
00:04:55: Und deshalb fand ich den Ratgeber an sich so schwierig.
00:04:57: und diese Form die dann auch der Verlag gemeinsam mit mir gegangen ist ja die kam dann irgendwie bei raus.
00:05:03: Das war aber erst im Jahr zwanzig da war Corona und das war dann erst mal ging das so ein bisschen unter.
00:05:12: Und jetzt wurde es aber nochmal neu aufgelegt, im Jahr zwei tausendundzwanzig bei Kösel.
00:05:17: Das ist schon eine ganze Weile her von meiner eigenen Trauer, aber deshalb bin ich glaube ich ganz gut geeignet um das alles reflektieren zu beobachten
00:05:24: Total.
00:05:25: Und du hast gerade gesagt, es ist das Buch auf dem Markt gekommen und meine Mutter ist verstorben.
00:05:30: Da haben sich auch unsere Wege getroffen.
00:05:32: Es war genau der richtige Zeitpunkt, dass ich die richtigen Frauen treffe.
00:05:37: Wir haben schon mal zusammen Lesung gemacht und wir haben auch schon ein Podcastgespräch gemacht.
00:05:41: Ich zitiere ganz häufig in meinen Mentorings, wenn's um das Thema Verlust der Mutter geht oder im Business-Kontext Frauen zu mir sagen ja, das ist alles gerade ganz schwierig Dann sag ich immer wieder deinen Satz, den du so schön gesagt hast.
00:05:54: Du wirst nie wieder die Alte sein und das war ein sehr bezeichnender Satz der wichtig für mich war.
00:05:59: Aber erklär uns mal in welchem Kontext der wichtig war auch für dich zu erkennen?
00:06:05: Das ist vielleicht ein Schlüsselsatz, den natürlich gleich wieder herausgefunden hat
00:06:10: mit deiner unglaublichen Gare Menschen
00:06:13: und Dinge zu erkennen.
00:06:15: Genau!
00:06:15: Das war ein bisschen das Schlüsselssatz, weil damals mein Partner immer gesagt hat
00:06:21: So nach
00:06:21: dem Motto, wann ist denn jetzt mal gut mit Trauern und wann bist du wieder die Alte?
00:06:24: Und ich hab das auch selber immer gedacht.
00:06:26: Ich habe dann gedacht so wie Trauer ist vorbei und ich bin wieder die alte also es dauert vielleicht halbis Jahr oder maximal ein Jahr und dann ist es auch gut.
00:06:35: Und das war aber nicht so, und das war eigentlich diese Entwicklung die jetzt in diesem Buch auch dann glaube ich gut rausgearbeitet ist auf über hundert Seiten dass man halt gar nicht die alte wieder werden kann.
00:06:46: So'n Trauererlebnis das hast du sicher auch erlebt.
00:06:49: Das verändert einen so massiv in allem was man erlebt hat bleibt ja kein Stein mehr auf dem anderen stehen ganz natürlich, dass man danach nicht mehr die Alte ist.
00:06:59: Das ist eigentlich total widersinnig.
00:07:00: der Gedanke das man die alte sein will weil nein kann man gar nicht und sollte man auch gar nicht weil es ja auch ein Erlebnis was einem prägt und was auch etwas Positives hat dass man so etwas erlebt hat am Ende
00:07:12: Total.
00:07:12: Und ich glaube, das ist für mich wirklich ein richtiger Schlüsselsatz gewesen.
00:07:17: Du wirst nie wieder die Alte sein.
00:07:19: Damals ist der in unserem Podcast-Gespräch gefallen, und ich hab danach den Laptop zugemacht und gesagt so, ja stimmt eigentlich!
00:07:28: Ich hab danach einfach in völliger Freiheit und Leichtigkeit mein erstes Start-up losgelassen, was ein Riesending war eigentlich.
00:07:35: Und was super erfolgreich war.
00:07:37: aber ich hätte mich immer wieder an die alte Rolle pressen müssen damit ich das hätte halten können.
00:07:42: also die frau die ich war bevor meine Mutter gestorben ist finde irgendwie wird man da auch erwachsener ne?
00:07:47: Also so man entwächst egal wie altman es.
00:07:50: da sind wir schon so beim thema so dieses du hast Bücher gefunden dazu wenn eine alte Mutter oder im Alter, die Mutter verliert.
00:07:56: Weil es ist ja unüblich, dass man mit Anfang dreißig, du warst ein Dreißig bei Dreiunddreißig die eigene Mutter verlieren.
00:08:02: und gleichzeitig ist es in meiner Wahrheit das größte Wachstum was ne Frau hinlegen kann gerade auch im jungen Alter wenn sie damit stark umgeht beziehungsweise sich auch Support holt und sich damit auseinandersetzt und es nicht verdrängt.
00:08:14: aber glaubst du, dass es einen großen Unterschied macht?
00:08:17: Dass der Zeitpunkt wann wir unsere Mutter verliern?
00:08:22: Also, ob wir jetzt keine Ahnung.
00:08:24: Wenn die Mutter stirbt oder Anfang dreißig?
00:08:26: Ich
00:08:27: glaube das Entscheidendste ist die Beziehung zur Mutter.
00:08:30: Wie sehr man losgelöst ist und auf Augenhöhe hat man ein geklärtes Verhältnis.
00:08:38: Das ist am Ende entscheidender als die Zahl wie alt ich bin.
00:08:41: Was schon auf alle Fälle einen großen Unterschied macht, wenn ich als Kind meine Mutter verliere glaube ich nicht nur.
00:08:49: Ich weiß, das hat natürlich ganz andere Folgen für einen selber fürs ganze Leben weil man an ganz vielen Stellen ohne Mutter ein ganz anderes aufwachsen hat.
00:08:59: aber jetzt die Frage ob wir beide ein dreißig-dreindreißig oder mit einem vierzig oder einen fünfzig?
00:09:04: Ich glaube der größte Unterschied ist einfach das Verhältnis was man dann hatte.
00:09:09: also wie ist man im Miteinander.
00:09:13: Und ich weiß nicht, ob du das auch beobachtest bei deinen Freundinnen?
00:09:16: Dass die jetzt eigentlich alle da ist ein bisschen so'n Schiff... die jetzt mit ihren Eltern ganz anders umgehen, wo natürlich auch mehr so eine Sorgeverantwortung für die Eltern tragen und sich ganz viel kümmern und machen.
00:09:27: Und es ist natürlich ein Unterschied, ob man plötzlich derjenige ist, der angerufen wird oder nicht immer nur diejenige, die anruft, um irgendwelche Fragen zu stellen.
00:09:35: Und diesen Schiff konnten wir beide halt nicht miterleben?
00:09:38: Also du hast ihn wahrscheinlich auch nicht mitteiligt,
00:09:40: ne?
00:09:40: Ja meine Mutter war krank also das war glaube ich noch was anderes und gleichzeitig hatte sie aber meinen Vater, der sich da total in den Dienst gestellt hat.
00:09:48: Ich erlebe das aber im Umfeld, was du sagst.
00:09:50: Also so die Eltern werden jetzt in meinem Umfeld auch ein bisschen älter und brauchen die Hilfe der Töchter Und es ist für uns nicht gegeben.
00:09:58: also ich glaube Das ist eine ganz andere Lebensphase in die man sich da begibt pflegende Tochter zu sein als Trauer einer Tochter Zu sein also Ganz ganz unterschiedlich.
00:10:09: und gleichzeitig hat Ich hatte letztens eine Freundin, bei der ist das so richtig krass.
00:10:16: Die stellt sich gerade voll in den Dienst ihrer Eltern.
00:10:18: Die ist auch schon Mitte fünftig und die Eltern über neunzig.
00:10:20: Die Mutter ist jetzt gestorben mit über neundzig.
00:10:22: Und trotzdem ist es ein richtig krasser Prozess des Loslassens.
00:10:26: Das ist ein wichtiger Aspekt, wo ihr sagt, was ist die Beziehung zur Mutter?
00:10:30: Also ich war immer sehr freiheitsliebend unabhängig und hatte trotzdem eine Beziehungen zu meiner Mutter.
00:10:36: Es weiß nicht meine beste Freundin wie das vielleicht bei anderen so ist.
00:10:41: Wir hatten eine enge Beziehung und gleichzeitig aber auch eine losgelöste Beziehungen.
00:10:45: Ich glaube, das hat auch darüber entschieden wie man mit dem Verlust der Mutter umgeht.
00:10:49: Dass man klar kommt wenn sie da ist, dass man weitergehen kann, wenn sie nicht mehr da ist.
00:10:53: Und dass so ein Los-Los-Prozess am besten schon passiert, wenn die Mutter noch irdisch hier ist.
00:11:00: Also...
00:11:00: Das ist ja auch so ein bisschen wie die Nabelschnurne.
00:11:02: Wie sehr hängt man noch an der Mutter?
00:11:05: Wie ist man noch ans sie gebunden?
00:11:06: oder wie sehr steht man auf eigenen Füßen?
00:11:09: und das hat jetzt
00:11:10: mit dem Alter relativ wenig zu tun.
00:11:12: Ich finde es immer ganz interessant, Kinder oder wie andere ihre Mutter nennen.
00:11:17: Also ich hatte eine Freundin, die war mit zwanzig.
00:11:20: da hat sie schon immer den Vornamen gesagt das war Uschi und der Vater weiß ich gleich wieder wie er hieß Wilhelm
00:11:25: sag'
00:11:25: ich jetzt mal Uschi & Wille und anderen.
00:11:27: ne Freundin von mir.
00:11:28: sie sagt immer Papi und Mami.
00:11:29: also Mami und Papi haben mich so.
00:11:31: das finde ich immer so interessant da kannst du nicht per se was draus lesen.
00:11:34: aber das zeigt ja irgendwie ein anderes Miteinander, eine andere Form wie man sozusagen mit dem anderen umgeht.
00:11:42: Also das sind so Kleinigkeiten.
00:11:43: aber wo ich dann manchmal denke das kannst du halt mit zwanzig schon machen sagst du schon Uschi und Willem oder du kannst es auch mit siebzig malen oder auch nie machen.
00:11:51: Natürlich ist
00:11:51: irgendwie ein Unterschied.
00:11:53: Ja und das ist wirklich auch ein Unterschied nicht glaube zum Beispiel bei mir war es so ich war schon Mama.
00:11:57: Also, ich war schon Mutter in dem Alter.
00:12:00: Meine Tochter war auch schon sieben und fast acht.
00:12:03: Und meine Oma ... also, meine Mutter war schon Oma.
00:12:05: Das war eine ganz andere Verschiebung der Altersphase ne?
00:12:09: Ich glaube es ist trotzdem was anderes erlebtes und das war bei dir ähnlich wenn man die Mutter verliert, wenn man quasi noch gar nicht selber Mutter isst.
00:12:16: Hab letztens beim Joggen noch mit einer Freundin darüber gesprochen, die ist ein bisschen älter als ich und hat die Mutter verloren.
00:12:21: da war sie Anfang dreißig oder Ende zwanzig und hat gesagt, das war ganz schlimm für sie ein Kind zu bekommen.
00:12:26: Und die eigene Mutter war in der Situation nicht da.
00:12:28: also ich glaube es ist so individuell die Mutter zu verlieren dass wie du sagst ist voll schwierig ist einen Ratgeber zu schreiben.
00:12:35: man kann Impulse setzen aber den Rat dazu zu geben Das sollte ja keine Beratung ohne Auftrag und kein Rad wenn du mich nicht fragst.
00:12:45: Also sage ich immer Da doch mal reinzugehen.
00:12:51: Wie hast du dich gefühlt?
00:12:53: Du beschreibst ja in dem Buch auch so diese Lehre oder dieses Gefühl von, hey und jetzt gehen nach der Beerdigung alle weiter.
00:13:01: Und mein Leben bleibt gefühelt irgendwie stehen.
00:13:03: also das ist ja auch noch mal ein Aspekt den sich vielleicht wahrscheinlich die Hörer hier gerade im Podcast Format fragen wie bist du dann dann weitergegangen?
00:13:13: Also wie bist für dich persönlich daraus gegangen?
00:13:15: Ja, also die Beerdigung ist natürlich... Wie
00:13:19: sagt man?
00:13:23: Einschneidendes Erlebnis für mich gewesen.
00:13:25: Da werden wir ja bestimmt auch im Donnerstag drüber sprechen.
00:13:28: Da wird Jana vielleicht ja auch nochmal Anführungszeichen Tipps haben oder wie man da gut durchgeht.
00:13:34: Für mich war das ein ganz schlimmes Erlebnis.
00:13:36: Auch damit zusammenhängen, dass ich gar nicht wollte, dass meine Mutter beerdigt wird.
00:13:39: Ich wollte ja auch nicht, dass sie stirbt!
00:13:40: Es war ein grundlegendes Problem, okay.
00:13:46: Ein grundlegliches Problem.
00:13:47: aber bei meiner Mutter war es an sich jetzt im Nachhinein sehr schön weil die Kirche voll und zwei Hundert Menschen alle kamen und das ist an sich ja ein positives Signal.
00:13:56: aber ich hätte in dem Moment eigentlich gar nichts gebraucht.
00:13:59: ich hatte auch gar niemandem gebrauch.
00:14:00: vielleicht Ist das so ein Erkenntnis,
00:14:03: die man dann
00:14:04: vielleicht auch eher, wenn man älter ist und die Mutter verliert oder liebende Menschen, wo man schon eher weiß was will ich eigentlich?
00:14:10: Oder eine Beerdigung schon vorgeplant.
00:14:12: Es war halt wirklich gar nichts vorgeklagt.
00:14:14: Ich bin über den Friedhof mit meinen Brüdern und habe geguckt Wo will meine Mutter beerdigt werden?
00:14:20: und einer Grad oder Vierer gab also es war wirklich gar nix.
00:14:24: irgendwie Ja da schon da Und deshalb war die Beerdigung so ganz schlimmes erlebnis die Tage danach.
00:14:32: Und mein
00:14:33: Problem war aber einfach, dass ich dann in mein altes Leben zurückging und da trauerte ja niemand.
00:14:37: In meinem Leben ist ja alles gleichgeblieben.
00:14:39: Ich kam sozusagen
00:14:40: in den Alltag
00:14:41: hier einfach so als wäre gar nichts passiert und das ist mir wahnsinnig schwer gefallen.
00:14:45: Und ich habe dann ja dem Weg gemacht und bin in eine Trauergruppe gegangen was mir sehr geholfen hat, was aber auch schwierig war sozusagen sich dazu öffnen weil man ja auch immer so ein bisschen neigt, in der Trauer zu versinken.
00:14:59: Aber das hat mir in dem Moment richtig geholfen, um da wieder rauszukommen.
00:15:05: Die Beerdigung war wirklich so ein ganz negatives Erlebnis.
00:15:09: Voll!
00:15:10: Und ich hatte gerade vor dir noch eine Kundin.
00:15:12: die macht gesetzliche Betreuung und setzt sich grad mit einem Produkt auseinander was genau das vorher wegnimmt also dass man sich Zulebzeiten mit der Endlichkeit auseinandersetzt quasi wie so ein Ordner in den Schrank stellt und sagt hier, alles was ich will steht da drin.
00:15:29: Und nicht nur rechtliche Dinge sondern auch wirklich persönliche Dinge wie Beerdigung, Glumschmuck.
00:15:35: gibt es irgendwelche Wünsche.
00:15:37: Da hat sie zu mir gesagt das ist ihr voll wichtig.
00:15:39: Sie hat selber auch die Mutter verloren, ist nächste Woche Donnerstag auch am Start und hat gesagt ne es braucht doch... auffälligen Ordner, der irgendwo im Schrank steht.
00:15:46: Den nimmst du raus und dann steht da einfach bitte die Anleitung wie das jetzt zu gehen hat.
00:15:51: Und darüber möchte ich mir keine Gedanken machen.
00:15:53: also darüber sollte sich derjenige Gedanken machen, wer geht?
00:15:56: Ich glaube da sind wir aber auch gerade auf einem neuen Weg der Trauer und der Thematik Endlichkeit des Lebens dass Menschen früher anfangen sich damit Gedanken darüber Gedanken zu machen.
00:16:06: Also dass wir in einer Besprechbarkeit bezüglich Tod- und Trauer stecken.
00:16:12: Na, Tod ist natürlich immer noch ein großes Tabuthema.
00:16:15: Und auch zwischen den Menschen natürlich.
00:16:17: Also ich weiß jetzt, im optimalen Fall würde man ja den Ordner nicht nur in Schaden stellen sondern vorher mal miteinander beschrocken haben und im allerperfektesten Fall würden dann vielleicht die Menschen auch sagen... also die Tochter kann dann vielleicht auch sagen Ich würd mir doch das wünschen oder ich stelle es mir so vor oder was auch rüber oder nicht nur die Tochte, es gibt ja vielleicht noch mehr Menschen die da mitregen.
00:16:38: Aber dass da so gar nichts ist, das macht es natürlich sehr viel schwieriger.
00:16:43: Weil man dann sowieso in einer Situation ist, in der man überfordert ist und ganz viele Entscheidungen treffen muss.
00:16:50: Wo man vielleicht jetzt auch sagen kann, ist es nicht so wichtig aber in dem Moment ist es natürlich ganz wichtig, dass man einen schönen Abschied hat.
00:16:56: Voll!
00:16:57: Und da sind wir an den Punkt, also dass das Buch am Anfang ja auch echt Startschwierigkeiten hatte.
00:17:02: Da haben wir uns schon häufiger darüber unterhalten weil ... Tod und Trauer auch in der Buchhandlung noch nicht so einen großen Raum hat, oder?
00:17:11: Ja das ist so.
00:17:12: Das ist echt schade also jetzt mittlerweile nicht.
00:17:14: Also mittlerweile hat sich sehr gut... Deshalb ging ja jetzt nochmal die neue Auflage und zweite Auflage.
00:17:19: Also es hat dann am Ende dann Christina Heim richtig mitgeholfen.
00:17:23: Und ganz vielen tollen Lesungen!
00:17:25: Ich war ja auch bei Frau TV, weil sie halt als Frühstücksfernsehen.
00:17:29: Es hat dann ganz viel geholfen.
00:17:30: aber es war wirklich schwer ja sozusagen in die Medien erstmal reinzukommen.
00:17:35: und du hast vollkommen recht, das ist einfach so ein Tabuthema.
00:17:39: Die Leute wollen sich eigentlich nicht damit auseinandersetzen.
00:17:41: deshalb gibt es den Ordnern nicht, deshalb spricht kaum jemand drüber und deshalb ist es glaube ich auch so schwer dann mit Trauernden klar zu kommen.
00:17:49: also es ist ja auch ganz schwierig für viele Menschen wie gehe ich mit jemandem um der gerade wen verloren hatte?
00:17:57: Tod und Trauer.
00:17:58: Also, dieses Buch ist ja vielleicht auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema viel weniger als jetzt.
00:18:03: meine Mutter ist gestorben.
00:18:04: Auch ich kaufe mir das Buch aber es war hier auch so ne Auseinsandersetzung.
00:18:09: was ist das eigentlich ein Trauerweg?
00:18:11: Und was ist eigentlich ein Abschied?
00:18:14: Wie lange trauert man?
00:18:15: Und all solche Fragen die man sich vielleicht nie stellt aber wo's eigentlich gut ist wenn man sich vorher schon mal genacken gemacht hat über die einen oder andere Frage auch der Mutter gegenüber.
00:18:25: Was wünsche ich mir von der Mutter?
00:18:27: Ich habe das jetzt ganz oft in den Lesungen, dass die Frauen zu mir kamen und da ist was zurückgeblieben.
00:18:32: Also sie haben sozusagen
00:18:33: noch einen
00:18:34: Konflikt mit der Mutter, den Sie nie aussprechen konnten Und das ist dann wie so ein Ballast, der über die ganzen Trauer liegt oder eine Blockade.
00:18:46: Das ist natürlich auch ganz bitter wenn man das am Ende nicht mehr miteinander aussprechen oder sich auseinandersetzen konnte.
00:18:55: eher in meinen Lesungen.
00:18:56: Frauen, die ein kompliziertes oder schwieriges Mutterfeld ist haben als die ein inniges Positives.
00:19:02: Ja und ich glaube gerade zwischen Mutter und Tochter ist das so ein Mutter-Tochter-Ding.
00:19:07: Ich schaße auch Kapitel zu geschrieben, sowas ist eigentlich dieses Mutter-Tochter-Dingen.
00:19:12: also ich habe selber eine Tochter und ich sage halt immer so Maus, ich bin auch zum ersten Mal Mutter, ne?
00:19:19: Also ... ich übe das noch!
00:19:21: Und gleichzeitig Wenn man selber Mama ist und auch eine Tochter hat, dann weiß man aber auch ganz häufig oder sieht das selber.
00:19:28: Und erlebt es häufig, dass man so wirklich auch das gespiegelt bekommt wie man selber ist.
00:19:32: Die Generation unserer Mütter war glaube ich nicht unbedingt die Generation, die sich ihre Thematiken da desingierend angeguckt hat oder uns da auch sehen konnte in unserer Vollkommenheit.
00:19:43: Ich glaube deswegen kommt da jetzt gerade ... Es ist echt noch so ein Generationsthema vielleicht gar nicht so ein generelles Mutter-Tophter Thema sondern ein generales Generationsthema weil ich finde schon, dass die Generation plus viel bewusster ist.
00:19:57: Persönlichkeitsentwicklung ist das normal.
00:20:00: Das war für meine Mutter ... Die hatte damit nix am Hut!
00:20:03: Also, sie kannte es gar nicht?
00:20:05: Nee, meine
00:20:06: auch nicht.
00:20:07: Sie gab's damals ja
00:20:07: noch nicht so,
00:20:08: ne?!
00:20:08: Ne, du warst ja noch viel früher.
00:20:09: Also, das is crazy... Und ich glaube, es ist aber trotzdem wichtig, wenn man merkt, über den Tod hinaus sind, dass man dahin guckt und sich das auch anguckt.
00:20:22: Dass man es nicht in so einem Vorwurf dauerhaft mit sich rumschleppt, weil man sich ja selber damit beschwert also...
00:20:30: Aber das ist gerade die Herausforderung.
00:20:32: Die Mutter-Tochterbeziehung ist oft geprägt von einerseits so viel mehr und andererseits so viele Emotionen,
00:20:40: dass
00:20:40: das ja so schwer ist.
00:20:41: Das ist wahrscheinlich bei dir an den Coachings ganz oft diese Mutter.
00:20:44: Der Thematik Fundamentalen Themen unseres Lebens und viele fällt das ja so schwer, was ich auch verstehe.
00:20:53: Aber Themen mit der Mutter anzusprechen oder auseinanderzusetzen oder Mütter die so dominant sind und sich da frei zu machen also es gibt da ja verschiedenste Formen der Mutter die ganz schwierig sind, als Tochter mit umzugehen.
00:21:07: Und wir, wenn wir Töchter haben so wie bei dir ... Du kennst das ja bestimmt auch?
00:21:12: Dass man denkt okay da sag ich jetzt mal nichts, aber eigentlich möchte man was sagen.
00:21:16: Eigentlich müssten sie auch etwas sagen,
00:21:17: aber ich sage jetzt mal nicht und dann sagt man doch was und ist es doch wieder falsch.
00:21:21: Also es ist ja schon im Kleinen, wenn man erst denkt Sie sind noch älter.
00:21:26: also es ist einfach ein ganz schwieriger Ballonsakt Wie man dieses Mutter-Tochter-Ding gut durchschifft.
00:21:35: Ja und ich glaube, das ist auch ein lebenslanger Akt weil man es so sagen möchte.
00:21:40: Ich erlebte es halt auch ganz häufig dass eine ungeklärte Mutter-Tochterbeziehung gerade auch bei Frauen die sich selbstständig machen die Gründen die einen Business aufbauen super blockierend sein kann.
00:21:52: Ja, man könnte erfolgreicher sein als die Mutter.
00:21:55: Es könnte die Mutter blenden... Die Mutter hat Ängste, die sie auf die Tochter projiziert und so weiter.
00:22:00: also ich denke immer so naja neben meiner Mentoringarbeit bin ich auch manchmal so ein bisschen hydropäutisch von nebenan weil Das sind echt Blockaden, die ganz viele Frauen haben und ist dann vielleicht deswegen manchmal auch erst dann tun.
00:22:12: Wenn die Mutter gar nicht mehr erirdisch auf dieser Welt ist.
00:22:14: also ganz viele frauen gründen auch erst in anfangschlichen spät wobei ich nie glaube dass es ein späten oder einen guten zeitpunkt gibt aber erst wenn diese situation wirklich intens geklärt ist.
00:22:25: das ist manchmal auch die freiheit da als frau das zu tun.
00:22:29: also das ist wirklich
00:22:30: interessant.
00:22:31: ja
00:22:31: Aber sind es nicht vielleicht auch diese Sätze, die man dann immer als Mutter... Also die Mutter trichtet einen ja in bestimmte Formen auch
00:22:41: ein.
00:22:42: Ja, diese Selbstständigkeit ist gefährlich.
00:22:44: Das macht man nicht, je nachdem wie man geprägt worden ist.
00:22:47: Ich komme z.B.
00:22:48: aus einem angestellten Familienhaushalt und da war Selbständigkeit so, oh mein Gott das machen wir nicht, das ist gefährlig!
00:22:54: Und gleichzeitig sich davon abzukapseln, ist glaube ich wirklich da ganz häufig auch nochmal ein Thema darüber hinaus.
00:23:03: Ich habe mir noch die Frage, wie trauern wir denn richtig?
00:23:05: Gibt es einen
00:23:06: richtig?!
00:23:08: Ich glaube, ein richtig ist überhaupt zu trauern.
00:23:11: Also sich den Trauerweg selber zu erarbeiten und ihn zu gehen das ist schon mal das Richtige.
00:23:16: also jetzt nicht so sagen wie ich das vielleicht auch anfangs versucht habe weiter geht es und ich werde bald wieder die alte sondern dass so anzunehmen unter ist eigentlich ja so eine wachstumsphase oder eine Entwicklungsphase wo man ganz viel von sich selbst in bestimmte richtungen formen kann oder sich selber neu entdecken kann genau
00:23:36: das ist richtig
00:23:37: ausgedrückt und diesen Weg zu gehen.
00:23:39: Und bei mir war das natürlich der Schreiben, aber es muss nicht der Schreiben sein.
00:23:42: Aber es kann schon was sein, was so in die Auseinandersetzung des einen dabei unterstützt.
00:23:48: Der Schreiben gehört dazu, aber ich finde auch Heckeln oder Stricken sein oder den Jakobsweg laufen oder nur von hier nach Hamm laufen.
00:23:58: Also es gibt wahrscheinlich hundert
00:23:59: Arten
00:24:00: wie man
00:24:01: den Trauerweg und dieses
00:24:03: Trauerverhältnis sich beschauen kann, sich damit auseinandersetzt.
00:24:07: Und ich glaube das ist richtiges Trauern, dass man halt nicht versucht weiterzumachen und mein Leben bleibt wie es ist sondern dem einfach Raum gibt.
00:24:15: Ja voll!
00:24:17: Ich muss immer so schmonzenlich liebe ja die deutsche Sprache und Wortgenauigkeit
00:24:21: usw.,
00:24:22: wenn man Menschen zuhört, wie sie sprechen miteinander auch so über Tod, Verlust, Trauer.
00:24:27: Dann sagt man ganz häufig hört man dann so, das hat sie aber gut weggesteckt!
00:24:31: Das hat sie gut verpackt und ich denke mir mal so nein lass es sich nicht wegstecken, lasst uns das nicht verpacken, lass uns das bitte einfach auspacken und angucken und da durchgehen weil es ist glaube ich nicht erstrebenswert die dinge wächst zu stecken oder zu verpackten weil dann sind sie im emotionalen Keller und schliegen uns wahrscheinlich irgendwann um die Ohren.
00:24:47: also Das ist auch noch mal ganz spannend.
00:24:51: Vor allem ist so das, was ich durch dein Buch wahrgenommen habe und für mich mitgenommen hab damals vor fünf Jahren ... dass Trauer in Wellen kommt.
00:25:01: Es gibt nicht dieses, das ist jetzt alle schwarz!
00:25:04: Und es ist die nächsten fünf Jahre schwarz.
00:25:06: Sondern das kann total rosa im Bund sein.
00:25:08: Im nächsten Moment kommt auf einmal eine Welle.
00:25:10: Du denkst dir, wo kommt die jetzt her?
00:25:13: Also... Ist das immer noch so bei dir?
00:25:17: Bei dir ist es schon länger her, aber wie lange ist es jetzt her?
00:25:21: Fünfzehn, sechzehn Jahre.
00:25:22: Ähm
00:25:24: ...
00:25:24: Jetzt ist ...
00:25:26: Genau, sechszehn-Jahre her.
00:25:27: Es ist eine ganze Weile, ne?
00:25:29: Also, es isst
00:25:30: ... ähm...
00:25:32: Immer noch so, aber überhaupt nicht mehr so schlimm.
00:25:35: Dass sich diese ganz krassen Trauerwellen waren die ersten Monate und auch da die ersten ... anderthalb Jahre, aber dann nicht mehr.
00:25:46: Jetzt ist es eher so, dass es Momente gibt, die sehr traurig sind.
00:25:49: Aber nicht mehr, dass die Trauer ... Ich würd vielleicht sagen gar nicht, dass sie Trauer noch da ist.
00:25:55: Die Trauer verflüchtigt sich schon.
00:25:58: Das ist ein Schmerz, der immer bleibt das ganze Leben.
00:26:01: Ich
00:26:01: glaube, Trauer verwandelt sich irgendwann in auchem Vermissen oder Erinnern?
00:26:06: Also, das ist glaub ich auch so was man unterscheiden darf, dass Trauer nicht für immer bleibt, oder?
00:26:14: Würdest
00:26:16: du das für dich auch so sehen?
00:26:17: Voll, ich hatte es letztens erst vor vierzehn Tagen.
00:26:19: Ich hatte meine Mutter Geburtstag und dann gehen wir mal klassisch zum Friedhof und haben Blumen gebracht.
00:26:27: Dann sind wir noch spaziergegangen, mein Mann und ich.
00:26:30: Mein Mutter ist in ihrer Heimatstadt begraben, also beerdigt worden.
00:26:33: Wir waren in der Stadt und haben auf dem Marktplatz gesessen und sind mitten in einen Stadtfest reingeraten.
00:26:38: Genau das, was man am Tag braucht!
00:26:40: Und dann habe ich zu meiner Mannin gesagt, komm, wir setzen uns hier hin und beobachten Menschen.
00:26:43: Dann haben wir weingetrunken ... Ich hab so richtig gemerkt, dass es gar nicht in so einer Trauer, sondern in einem Vermissen, dass ich gedacht hab, das ist jetzt ein Moment!
00:26:52: Da hätte ich gerne mit meiner Mama da gesessen und mich gut ausgetauscht.
00:26:55: Das war wirklich so, wo ich dachte, gut, dass meine Sonnenbrille groß ist.
00:26:59: Und mich keiner sehen kann gefühlt.
00:27:02: Aber das sind Momente, die kommen einfach aus dem Nichts oder ... Ich empfinde das häufig unter der Dusche.
00:27:08: Also Dusche ist ja auch so ein Ort, das kommt hier aus einem bisschen an der therapeutischen Arbeit ganz häufig zu Thematik.
00:27:14: So dass es ein Ort ist, an dem wir unabgelenkt sind in dem Wasser fließt und dementsprechend auch Emotionen in den Fluss kommen und dann einfach eine Welle über mich schwappt.
00:27:24: Manchmal habe ich das Gefühl, das ist auch ein ganzer Tsunami aber das passiert... Ich würde sagen, alle halbe Jahrmal mittlerweile.
00:27:30: Am Anfang war das viel häufiger so aber die Dusche ist wirklich gefühlt mein Trauerort geworden nach dem Turm meiner Mutter.
00:27:35: So verrückt es klingt!
00:27:36: Weil da war niemand, da war ich alleine mit mir, dann war ich allein mit dem Wasser und da hatte keine Ablenkung.
00:27:42: Also...ich glaube schon dass das...
00:27:47: Die Dusche habe ich noch nie als Trauer Ort erlebt, aber guck mal so unterschiedlich
00:27:51: ist das.
00:27:52: Was ist das denn bei dir?
00:27:53: Also was sind so Orte wo das bei dir hochkommt?
00:27:57: Na, das sind auch eher so Momente.
00:28:00: Das Stadtfestbeispiel finde ich toll in dem Sinne weil man früher also das erste anderthalb oder die ersten zwei Jahre diese ganzen Feiertage und Geburtstage ist hier unerträglich.
00:28:12: Das ist das schlimmste was passieren kann finde ich den Geburtstag zu erleben und es ist auch der eigene Geburtstag.
00:28:19: Den eigenen Geburtstadt fand ich auch ganz schrecklich.
00:28:21: die ersten Jahre Das ist dann auf einmal irgendwie so weg.
00:28:26: Und auch der Todestag, den mein Mutter hat in zwei Wochen Geburtstag, den finde ich jetzt gar nicht mehr so schlimm also irgendwie ja Nicht so.
00:28:35: Aber es gibt dann halt Momente, bei mir ist das zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern was mache und dann denke ich manchmal, oh, ist das gemein, dass meine Mutter nicht da sein kann?
00:28:42: Auch für sie also gar nicht nur für mich.
00:28:44: Das hat sich auch so gedreht.
00:28:45: am Anfang habe ich immer gedacht, isst das gemeint!
00:28:47: Ich hab meine Mama nicht mehr... Und jetzt denke ich ganz oft, oh ist das Gemein für meine Mama, dass die jetzt nicht hier sein kann, der ist dir jetzt gerade die Einschulung meiner Tochter nicht miterlebt.
00:28:56: Wie schön wäre das für Sie?
00:28:58: Das
00:28:59: bleibt dann so
00:29:01: voll.
00:29:01: Das glaube ich bleibt auch immer so, da ist auch ein gewisser Wut.
00:29:04: also so manchmal habe ich das Gefühl Ich hab halt auch einfach ein Umfeld, in dem alle ... Also wirklich mein engster Freundeskreis, da leben alle Mütter nicht mehr.
00:29:14: Und die sind alle unter vierzig.
00:29:15: Das ist ja ... Wir nennen uns immer schon bisschen galgenhumormäßig der Lost-Marm-Klapp.
00:29:20: Darüber könnte man wahrscheinlich auch einen Buch schreiben wie so'n Freundeskreis in den Dreißigern funktioniert wenn die Müttern nicht mehr sind und haben aber auch alles den Verlust der Mutter der jeweiligen anderen erlebt.
00:29:32: Ich glaub das hat mich aber auch getragen weil ich war die Letzte, die die Mutter verloren hatten, nicht die Erste Die beste Freundin aus der Jugend, die ihre Mutter als Erste verloren hat.
00:29:41: Vor einem halben Jahr ist sie Mama geworden zum ersten Mal und das ist schon heftig herausfordernder Prozess.
00:29:46: also da beobachte ich es ganz nah dran wo ich mir so denke wow da habe ich auch Respekt vor.
00:29:51: Also da hab' ich wirklich Respekt davor da so durchzugehen.
00:29:55: Und ja, das ist irgendwie spannend.
00:29:57: Weil sie sagt auch so ... Dann will man seine Mama anrufen und dann will man fragen und passiert es einfach nicht.
00:30:03: Dann kommt jetzt noch mal so Gefühl, dass zehn Jahre her die Mutter tot ist eine zweite Trauerwelle.
00:30:07: Also richtig aus dem Nichts, wo du dich fragst, was für eine Persönlichkeitsentwicklung die jetzt stattfindet?
00:30:15: Genau!
00:30:15: Aber ich glaube, das is ganz individuell wie Menschen das dann auch wahrnehmen.
00:30:19: Aber
00:30:21: dass man noch mal so eine weitere Trauerwelle hat, das kommt wohl ganz oft vor.
00:30:25: Das hab ich auch erlebt und das erleben ganz viele.
00:30:27: Das ist auch wohl oft... Da bin ich nicht an den Punkt, aber in dem Alter wo die Mutter gestorben ist, dass man dann selber noch einmal ganz helftig trauert.
00:30:35: Weil man es da natürlich nochmal anders erlebt, weil man weiß okay meine Mutter ist in dem alter Gestorbenen jetzt bin ich selber so alt.
00:30:42: Es löst
00:30:42: wohl bei vielen Töchtern einen Trauerprozess aus.
00:30:46: Voll crazy!
00:30:48: Ja, aber wie gesagt ... Also ich muss sagen das war, also wie gesagt der Tod war heftig.
00:30:53: Aber gleichzeitig hat er auch ganz viel Wachstum mitgebracht und ich wünsche mir halt auch mal für die Frauen, die das hören dass sie da irgendwie auf was irgendwann was Positives drin sehen egal wie herausfordernd das natürlich ist ne?
00:31:09: Was würdest du sagen?
00:31:09: es ist das größte Geschenk was das Buch dir gemacht hat aber auch den Menschen dies lesen
00:31:16: Christina Heinrich kennenzulernen.
00:31:23: Das größte Geschenk ist eigentlich, dass es veröffentlicht wurde, weil ich hatte mich dann schon so dran fest.
00:31:30: gebissen, dass ich dachte das kann noch nicht sein.
00:31:32: Dass die Töchter ... Du sagst jetzt auch du hast viele in deinem Umfeld dann habe ich gedacht es kann doch nicht sein,
00:31:37: dass mir gar kein
00:31:38: Buch gibt für die Törcher die das so
00:31:40: erleben
00:31:41: müssen in dem Alter.
00:31:42: Ich fand das fast schon ein bisschen diskriminierend, dass gerade junge Töchter da irgendwie nicht gesehen werden.
00:31:50: und es gibt zum Buch, das hatte ich damals auch gelesen einer Amerikanerin Und die hat irgendwie sechshundert Seiten zum Tod ihrer Mutter geschrieben, die war damals siebzehn und hat dann irgendwie drei Seiten zum Tot von dreißig bis vierzigjährigen.
00:32:04: Sie gesagt hat sie kann das gar nicht verstehen dass es auch noch so schlimm ist wenn man schon über Dreißig ist.
00:32:08: oder habe ich damals gedacht ja
00:32:09: also
00:32:12: immer in irgendeiner Form schlimm?
00:32:14: nein und das Buch hat ja ganz viel Positives vorgebracht Die Lesungen waren gut Das Feedback der Mütter und der Töchter die vor allen Dingen auf mich zukamen und das ist dann ganz oft bei Lesung.
00:32:27: Ich habe ja auch noch ein Seminar dazu gegeben, also ich glaube dass man einfach ganz viel in die Welt getragen hat und ich in der Welt tragen durfte, dass sich das Thema irgendwie mal öffnet und es ist ein riesiges Geschenk.
00:32:39: Voll!
00:32:40: Ich verschenke das immer wenn jemand die Mutter verliert und erlebe das immer viel schöner als eine Trauerkarte.
00:32:46: Das muss ich einfach so sagen weil Du hast in deinem Buch auch wundervoll geschrieben, dass die Trauerkarten dich durchgetragen haben.
00:32:54: Dass du gesagt hast, es hat dich getragen und so viele Menschen da an die Mama denken?
00:32:59: Ich glaube ich hab mir die Trauerkarten von meiner Mutter bis heute nicht durchgelesen.
00:33:03: Das war nicht wichtig!
00:33:05: Also das ist auch noch mal so krass, wie unterschiedlich man da ist.
00:33:09: Hat dich nie das Bedürfnis.
00:33:11: Und gleichzeitig fand ich's total spannend wär ... wie reagiert hat nach dem Tod der Mutter?
00:33:17: Von denen, von denen man vielleicht in dem Moment die größte Reaktion erwartet hätte oder auch den Rückhalt.
00:33:21: Das war irgendwie raus.
00:33:23: und von denen, die man so gar nicht auf dem Schirm hatte, die standen auf einmal vor der Tür.
00:33:29: Ich glaube tatsächlich ... Da können wir auch noch darüber reden, dass so diese Berührungsängste hast du ja gerade gesagt.
00:33:34: Wie geht die Gesellschaft mit dem Thema um?
00:33:36: Und wie gehen wir auch mit Menschen um die Trauern?
00:33:38: also das hat mir selber auch nochmal gezeigt es gibt da gar kein richtig und gar keinen falsch.
00:33:45: Ich würde niemals sagen, melde dich wenn du was brauchst.
00:33:51: Das ist ungefähr der beschissenste Satz, den man bringen kann weil niemand meldet sich, wenn er dann was braucht, weil er gar nicht weiß, was er braucht.
00:33:58: aber mir ist es immer total wichtig da auch irgendwie zu zeigen Hallo ich bin da und wenn ich ein Kuchen vor die Tür stelle also... Und dann kann man immer noch ins Gespräch gehen.
00:34:08: Du hast es halt selber durchlebt, deshalb kannst du dir das zu einschätzen.
00:34:11: Man muss dazu sagen als wir Anfang dreißig waren gut du hattest schon jemanden im Umfeld aber ich hab bis heute fast niemanden der die Mutter verloren hat was mich natürlich freut dass meine Freundin alle noch ihre Mütter haben.
00:34:22: Aber
00:34:23: das ist dann viel schwerer fürs umfeld das auch nachzuvollziehen.
00:34:27: Total also da die frage melde ich wenn etwas ist das Gedanspruch kam natürlich auch und Ja.
00:34:35: Und dieses, dass man sich ganz allein gelassen fühlt, Mutter sehen und allein.
00:34:39: Am Anfang haben sich halt noch viele gemeldet aber nach zwei Monaten gehen alle wieder ihren lebensweg.
00:34:46: Dann ist man schon ziemlich alleine mit einer Trauer.
00:34:50: Das ist schon schwer wie man mit Trauern wenn umgeht.
00:34:54: Ich hatte eine Freundin die sich recht regelmäßig da noch gemeldete hat.
00:34:57: das fand ich echt trössend.
00:34:58: also die dann einmal im Monat auch noch ein Jahr später angerufen hat.
00:35:02: Da habe ich immer das Gefühl gehabt okay ruft jetzt noch an weil sie denkt, muss ich noch um mich kümmern.
00:35:07: Aber ich fand das wirklich ein gutes Signal, weil ich dachte okay, wir haben das einfach verstanden wie sehr jemand das braucht dem es nicht gut geht.
00:35:16: Lass uns noch kurz über den Bestatter reden.
00:35:19: also wir sind ja in einem Bestattungshaus zur Lesung.
00:35:23: warst du schon mal im Bestattungshaus zur Lesungen bisher?
00:35:26: Ja Bestattungshaus nicht, aber bei einem Bestatter.
00:35:30: Weil hier in Berlin habe ich in einem Bestattungsinstitut gelesen.
00:35:34: Jetzt
00:35:34: ist so ein Kreuzberg gewesen und das ist so wie sagt man im außergewöhnliche Ort für Bestattungen.
00:35:40: die machen also versuchen andere Konzepte zu entwickeln und es war ganz klein.
00:35:45: da waren bei der Lesung vielleicht aber das war einfach sehr gemütlich.
00:35:51: Und es war eigentlich auch weniger eine Lesung als mehr ein Gespräch, da haben wir versucht irgendwie alle mit einzubinden und uns kundlich zu kommen.
00:35:59: Das war sehr schön weil ich finde halt die Bestatterinnen haben ja auch einen ganz anderen Blick auf den Tod und dass wird natürlich Diana Nettenbrock dann auch haben, die wird wahrscheinlich uns noch mal sehr inspirieren.
00:36:11: und der Blick fand ich da auch sehr wertvoll, weil die Bestatterin natürlich viel erzählt hat was man alles machen kann, was sie da alles machen.
00:36:21: Also kennst du wahrscheinlich jetzt alles vom Sack, der gemeinsam bemalt wird und Schmuck hergestellt wird?
00:36:28: Und alle möglichen Dinge wo ich dachte wow das ist ja toll!
00:36:31: Was die sich alles überlegen um die Bestattung individuell zu gestalten.
00:36:36: Wie hast Du die Bestaltung Deiner Mutter erlegt damals?
00:36:40: Hast Du selber den Bestatter angerufen?
00:36:41: oder wer hat dem Bestatter angerufen?
00:36:44: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.
00:36:45: Ich glaube einer meiner Brüder bestimmt, ich nicht.
00:36:50: Aber der Verstatter hat das schon gut gemacht also kann man nichts sagen.
00:36:54: Also aber die Gestattung an sich ist vielleicht ein Unterschied ob man mit ein und dreißig irgendwie... Wie gesagt meine Mutter ist ja innerhalb von acht Wochen antriebs gestorben.
00:37:10: Im drei Tage vorhin auch gedacht, ja vielleicht überlebt sie das alles und plötzlich sitzt der Bestatter bei dir im Wohnzimmer.
00:37:15: Also deshalb ich möchte jetzt nicht den Bestatten... Das war einfach vom Prozess her.
00:37:21: War das alles nicht gut?
00:37:23: Und er hat das sehr sensibel gemacht.
00:37:27: was für mich ganz schrecklich war ist ... Sie wurde dann aufgebahnt und daran haben die damals gesagt es ist gut wenn man nochmal hingeht und sieht wie sie gestorben ist Und für mich war das Katastrophal schwächt.
00:37:42: Das ist vielleicht auch wieder so ein Romanzensatz, es ist gut wenn du das tust, so einen Ratschlag
00:37:48: und
00:37:48: ich dachte ja okay dann tu' ich das und ich dachte ey um Gottes Willen.
00:37:52: Ja voll vor allem!
00:37:55: Ich glaube, das wird Jana uns auch noch mal so mitgeben.
00:37:58: Das ist eine ganz individuelle Sache.
00:38:00: Wie fühlst du das?
00:38:01: Hast du das Bedürfnis danach und nicht dieses, dass es gut wenn du das machst?
00:38:07: Weil für viele ist es da wirklich nicht gut, wenn sie emotional schon überrollt sind, da nochmal hinzugehen.
00:38:16: Also ich kann nur sagen, wenn mir was total will ... Ich hab den Bestatter selber angerufen auf der Intensivstation und der Sohn des Bestatters.
00:38:24: Und ich war zusammen im Kindergarten, sprich der Bestatter kannte meine Mutter auch.
00:38:28: Die Reaktion des Bestatters, das habe ich ihm überhaupt nicht übergenommen, war total geschockt.
00:38:32: Weil meine Mutter genauso alt war wie er.
00:38:35: Für ihn war dann ganz klar ... Er hat das auch noch mal so gesagt, das war für ihn der letzte Stoß.
00:38:40: Ich zieh mich aus meinem Job zurück und genieß mein Leben!
00:38:44: Nicht das letzte, also das war so ein Impuls.
00:38:47: So einen Schlüsselmoment noch mal zu sagen, krass, jetzt sterben Menschen die sind so alt wie ich.
00:38:51: Die kenne ich mein ganzes Leben lang und für mich war das wirklich... Also es war gut dass es so war und er das auch gemacht hat aber es war schon krass.
00:38:58: Ich habe gedacht im Nachgang dann hast du da einfach beim Bestatter angerufen und gesagt übrigens wir brauchen dich jetzt.
00:39:04: Und ich glaub, der hat gedacht meine Oma ist gestorben.
00:39:06: Aber als er gehört hat, dass meine Mutter gestorbt war ... Wenn der Bestatter schon schockiert ist, dann ist es auch wirklich wild so!
00:39:12: Ich fand's ehrlich und authentisch, dass er da keine Rolle gespielt hat, aber das hat ihn sehr getroffen.
00:39:17: Da reinzugehen und zu sagen, das gehört halt auch dazu.
00:39:21: Gleichzeitig haben wir uns dagegen entschieden, meine Mutter noch mal aufzubahnen weil... Das war nicht nötig.
00:39:27: Auch da sind wir an dem Punkt, dieses Will man das muss man das macht man das so?
00:39:31: Wie entscheidet man das am Ende?
00:39:33: ich glaube David Jana uns bei der Veranstaltung noch mal ganz viele Impulse auch geben können.
00:39:38: auch für alle sind natürlich auch alle eingeladen dessen Mutter noch lebt und die super gerne auch miteinander kommen können Und es kommen auch einige mit ihrer Mama.
00:39:48: also finde ich auch cool Von daher finde ich das richtig, richtig gut.
00:39:54: Ich find's auch cool, dass was du grade gesagt hast in Berlin oder generell, dass sich die Bestatter-Szene gerade noch mal verändert.
00:40:00: Also ... ich glaube da ist Jana ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht mehr der schwarz-weiße Bestatter isst.
00:40:05: also klar im Kern ist es so, dass mit Trauer verbindet.
00:40:09: aber auch in der Außendarstellung wie gehen wir im Bildlichen nach draußen?
00:40:13: Ist heute eine andere als vor zehn Jahren und das finde ich... auch da Bestattungshaus besprechbar wird.
00:40:20: Deswegen sind wir
00:40:21: hier im Podcast.
00:40:23: Voll schön!
00:40:23: Ich hab mich
00:40:24: sehr gespannt, schön!
00:40:25: Das wird gut.
00:40:27: und ich habe letztens an dich gedacht Britta weil du hast eigentlich in einem Kapitel geschrieben der Kuchen deiner Mutter das ist glaube ich auch so was dass man ganz häufig die Gerichte oder die Kuchen und keine Ahnung was.
00:40:40: also dass da auch Trauer kommen kann wenn du auf einmal den Apfelkuchen isst der schmeckt wie der von deiner mutter Und vorher sehbare Momente.
00:40:49: Oder du kriegst sie nicht so hin wie den einen.
00:40:53: Meine Oma hat immer so eine tolle Tomatensuppe gemacht und dann denke ich immer, warum schmeckt meine Tomatensuppe nie so gut wie die von meiner
00:41:00: Oma?
00:41:00: Voll!
00:41:01: Warum habe ich mir nicht das Rezept geben lassen?
00:41:04: Also ja, nee.
00:41:06: Aber du hast klar... Das gibt es auch, dass du die Rezepte nachkochst und dann denkst, ach Mensch!
00:41:10: Aber da kann sich ja auch positiv verändern.
00:41:13: also es gibt's schon auch manchmal, dass ich das so mit so einer Wärme betrachte was ich dann so denke, ach mensch gerade bei Kochen und Backen.
00:41:21: Es gibt ja auch meine Mutter über viel gekocht und gebackt.
00:41:24: oder denke ich immer so wie schön das ich das kann und wie schön dass ich da so ein Händchen für habe Situation, wo du auch irgendwie dauernd irgendwas backen musst und dauerend was kochen musst.
00:41:35: Da denk ich dann okay also ich wollte jetzt nie so so Küchen sein aber irgendwie hat es dann manchmal etwas Trösten ist, wo ich denke okay meine Mutter hat wieder irgendwie Dinge mit an die Hand gegeben.
00:41:47: Es macht für sie natürlich Alltag Und das ist vielleicht auch banal.
00:41:50: Aber Ich weiß jetzt schon wie man ganz gut kocht und dann denke ich so ja ist ja schon irgendwie schön dass das sofort lebt Sie mir was gegeben hat, was ich fortführen kann.
00:42:01: Und wenn es nur das Kochen ist, hat mich natürlich noch viel mehr gegeben.
00:42:04: Aber das ist jetzt ja nur so.
00:42:05: ein Beispiel und das gibt mir dann manchmal so Wärme, wo ich denke, ach schön!
00:42:08: Das hat mir die Mama beigebracht.
00:42:10: Voll... Also ich empfinde das mittlerweile als Yoga.
00:42:15: Wenn ich in der Küche stehe, denke ich immer so, oh Gott du bist nicht abgelenkt?
00:42:18: Du hast den Ergebnis produziert voll toll.
00:42:21: Aber ich hatte letztens ein Podcastgespräch letztes Jahr mit einem Sternekoch aus Köln.
00:42:27: Ein Gast bei mir im Restaurant, also wirklich auch ausgezeichnete Küche und hat einfach geweint.
00:42:32: Und er dachte so oh mein Gott was ist jetzt schief gelaufen?
00:42:35: Dann ist zu dem Gast gegangen und hat gesagt entschuldigen Sie schmeckt unser Essen!
00:42:39: So fühl ich da nicht.
00:42:40: Und dann hat der gesagt nein wissen sie es schmeckt genauso wie bei meiner Oma.
00:42:44: und das hat mich gerade so berührt.
00:42:46: und man sagt der Gast einfach im Sternenrestaurant und hat geweint und hat gesagt dass für ihn das größte Kompliment wenn Menschen sich sehr an das Essen eines verstorbene Menschen erinnern können diesen Tag trifft, dann hat er einen guten Job gemacht und das fand ich eine schöne Haltung dass er das so erzählt hat.
00:43:03: Aber ja wir freuen uns.
00:43:05: jetzt am siebzehnten geht es los!
00:43:06: Das ist nächste Woche Donnerstag und dann sehen wir uns endlich wieder in Hambritta.
00:43:13: Ich freu mich sehr.
00:43:14: tolle Gelegenheit, ich bin ganz gespannt und wir machen da wirklich einen schönen
00:43:18: Abend.
00:43:20: diejenigen, die sich überlegen soll ich kommen oder nicht.
00:43:23: Ich kann sagen dass bei allen meinen Lesungen die Menschen hinterher glücklich den Raum verlassen haben.
00:43:28: das ist ja auch die Erfahrung aus unserer letzten Lesung in Hamm.
00:43:32: Das ist jetzt nicht so dass wir dann alle betrübt sind sondern eigentlich dass man gemeinsam sich viele spannende Gedanken
00:43:40: macht.
00:43:40: Ja, total.
00:43:41: Und ich glaube das ist auch der Sinn des Abends, dass wir das ins Leben gerufen haben.
00:43:44: Das ist da nicht nur ... Also klar tut und trau sind ein Thema aber es soll so gestaltet sein, dass es sehr lebensbejahend ist und man mit einem Impuls daraus geht und sagt okay und das mache ich jetzt anders.
00:43:55: oder darum kümmere ich mich jetzt oder das muss ich noch mal besprechen oder ich reflektiere das oder ich gehe mit dem anderen Menschen ab hier anders um.
00:44:03: ja also das soll schon einen Abend mit ganz viel mehr Wert für die Zuschauer
00:44:07: und
00:44:08: Hörer sein.
00:44:09: genau
00:44:10: Danke für deine Zeit meine Liebe und ich freue mich ganz, ganz doll auf Donnerstag.
00:44:17: Klasse!
00:44:17: Ich gräule mich auch und alles Gute bis dahin.
00:44:19: Bleib gesund!
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